The Jay Challenge: All You Can Eat!

Jay,

Du scheinst offensichtlich Interesse zu haben, Dein ausgezeichnetes Deutsch zu praktizieren. Gleichzeitig hast Du sicher eine andere Meining zu vielen Themen was Dich aber zu einem interessanten Gesprächspartner macht. Ich habe heute Steve’s Artikel zu seiner USA Reise und den riesigen Frühstückbuffets in den USA gelesen.

Gleichzeitig habe ich heute zufälligerweise ein Interview mit dem englischen Aktvisten Tristram Stuart gehört (Teil meines norwegischen Lieblingspodcast “Dagsnytt Atten”). Er setzt sich für eine effizientere Nahrungsproduktion ein. Er sagt, dass in den westlichen Industriestaaten mehr als ein Drittel aller Nahrungsmittel weggeworfen werden. Er hat in London eine aufsehenserregende Aktion durchgeführt, wo er 5000 Menschen mit zum Abfall vorgesehenen Lebensmittel bekocht hat (die Anspielung war natürlich auf die Geschichte in der Bibel)

Lebensmittelproduktion ist extrem resourcenfordernd. Sie benötigt extrem viel Energie, Wasser und Land, und von alle dem haben wir nur begrenzt. Gleichzeitig steigt die Bevölkerung in der Welt und die Nachfrage nach Fleischprodukten stark an. Der Kapitalismus hat sicher vielen Menschen viel Wohlstand gebracht, aber auch verdammt viele Schieflagen erzeugt, wie eben hier im Falle der globalen Nahrungsmittelverteilung. Ich weiss dass in England die Nahrungsmittelinflation recht extrem ist. Was sind Deine Meinung und Ansichten zu diesem Thema?

(Bitte in Deutsch!)

Zunächst einmal: ich finde nicht, dass mein Deutsch ausgezeichnet ist, aber trotzdem vielen Dank :wink:

Meine Meinung über ‘Nahrungsmittelinflation’…?

Himmel, Friedemann, ich habe so gut wie keine Ahnung, was das überhaupt ist!

Ich nehme an, es geht irgendwie darum, dass man heutzutage mehr Energie braucht, um den durchschnittsbürger zu ernähren, als früher der Fall war…oder irgendetwas in dieser Richtung…? (Habe ich Recht…?)

Und meine Meinung dazu? Tja, was soll ich sagen? Wir essen wohl zuviel, oder?

Ich meine, wenn ich in McDonalds gehe, krieg ich da nicht nur einen Viertelpfunder mit Pommes und Milkshake, sondern auch einen normalen Cheesburger für den kleinen Hunger danach. Und dabei enthält allein der Milkshake sichlerlich mehr als genung Kalorien, um mich eine ganze Woche lang am Leben zu halten…

Also diät machen! Yeah!

Und das mit der effizienteren Nahrungsproduktion dürfte auch keine schlechte Idee sein. Nicht so viele Lebensmittel verschwenden - so was kann eigentlich nur gut sein, oder?

Aber ohne Fachwissen in diesem Gebiet gibt’s nicht sehr viel mehr, was ich sagen kann…! :-0

TYPOS: sicherlich, genug

Tischlein deck dich!
Eine sinnvolle Umverteilung der Lebensmittel.

Ein kleiner Tropfen auf dem heissen Stein!

Hallo Jolanda, bei uns in Deutschland gibt es etwas ähnliches wie “Tischlein deck dich!” Es nennt sich “Die Tafeln”: Tafel (Organisation) – Wikipedia
Ich habe mal über ein solches Projekt speziell für Kinder einen Artikel für LingQ geschrieben: Die Kindertafel – Ein bisschen Familie. Login - LingQ

Zum Glück gibt es immer wieder Leute ,welche sich mit viel Liebe und grossem ehrenamtlichen Einsatz für die Mitmenschen einsetzen.
Ohne die vielen Freiwilligen,welche ohne Lohn arbeiten, könnten solche Projekte gar nicht bestehen.

Traurig aber wahr!

Übrigens Friedemann: wenn du mir erklären willst, was “Nahrungsmittelinflation” bedeutet, können wir immer noch darüber reden! :wink:

(Wie gesagt, so etwas ist für mich wirklich kein Begriff. Ich kann mir nur vorstellen, es hat etwas mit Energie zu tun? Es kann aber auch sein, dass ich das total falsch verstanden habe? Habe ehrlich keine Ahnung…)

Könnte es sich um unsere entsetzlich angestiegenen Lebensmittelpreise handeln, die wir hier im Laufe der letzten paar Jahre gesehen haben?

Ach so - um Lebensmittelpreise geht es.

Ich habe gedacht, bei Friedemann müsste es sich schon um etwas Komplizierteres handeln - etwa wie viel Strom man braucht, um industriell verarbeitete Nahrungsmittel herzustellen; oder wie viele Zutaten bei der Herstellung verschwendet werden; oder wie viel Benzin man braucht, um das Endprodukt den Supermarkt auszuliefern…usw…

Aber die Inflation der Preise in den letzen zwei Jahren - das hat doch nur mit der Finanzkrise zu tun, oder?

“…den Supermärkten…”

(Dativ plural war schon immer mein ‘bogeyman’!)

Ich glaube, dass all die Gründe, die du hinter Friedemanns Bemerkung vermutest, tatsächlich zutreffen. Die Inflation begann bereits vor der Finanzkrise. Ich denke, es fing vor mindestens drei, vier Jahren mit plötzlich ansteigenden Getreide- und Reispreisen an, die durch eine unerwartet (?) hohe Nachfrage entstanden. Parallel dazu sahen wir die steigenden Rohölpreise (politisch- und wirtschaflichbedingt).

Jay,

in der Tat ging es um den Preisanstieg bei Nahrungsmitteln, der in Tat viel mit gestiegenen Energiekosten zu tun hat. Im deutschen kann man beliebig lange Wörter kreieren indem man einzelne Wörter verkettet. Ein Beispiel dafür ist: “Autoabgaskatalysatorherstellervereinigung”

“Autoabgaskatalysatorherstellervereinigung”

Das ist vielleicht ein imponierendes Wort :wink: Aber ich habe ne bessere:

“Lebensmittelspeditionsfahrzeugtreibstoffverbrauchsreduzierungstategie” :smiley:

Hmm… “ich habe ne bessere”…klingt doch nicht gut…

Eigentlich müsste es heißen: “ich habe ein besseres”…oder!? :-0

(Eine witzige Sprache habt ihr…)

Spaß beiseite:

Wenn es wirklich zutrifft, dass in Großbritannien erhebliche Mengen von Lebensmittel für gewöhnlich in den Müll landen, dann ist das ein absoluter Skandal, finde ich.

Ich habe ueber Tristram in die Englische Zeitungen gelesen. Alles, dass er sagt, ist schon vernunftig. Aber er nervt ein bisschen. Ich habe gelesen, dass er wohnt irgendwo in England in seine self-sufficient farmhouse. Und er ist erst 30 (ungefahr) Jahre alt. Einfache Leute haben kein self-sufficient Bauernhaus mit Land, sie sind gezwungen zu arbeiten um Lebensmittel zu kaufen. In diesem Sinn errinert er mich ein bisschen an Al Gore. Tristram hat die Sophie Preise gewonnen, aber das ist sowieso nur $100 000, das kauft wenig Real Estate. Vielleicht seine Eltern haben ihn geholfen? :wink:

SanneT hat recht, Lebensmittelpreise in England sind entsetzlich angestiegen. Und die Rohoel preise ist natuerlich damit verbindert. Ich meine, heutzutage Getreide kommt aus USA oder Russland oder der Turkei , Lamm aus Neuseeland, Obst aus Chile oder SudAfrika usw…

Es ist wie immer eine Frage von Geld- wenn man Geld hat, dann kann man beliebig viel Lebensmittel kaufen. Der reichste Mann der Welt koennte wahrscheinlich mehr Lebensmittel kaufen, als die Welt eigentlich enthaelt. Ich vermute.
Und wenn man kein oder wenig Geld hat, dann kann man kein Essen kaufen. Es ist echt einfach und schonungslos. „Der Kapitalismus hat sicher vielen Menschen viel Wohlstand gebracht, aber auch verdammt viele Schieflagen erzeugt“ ja, genau. Es ist eine interressante Thema. Entschuldigung fuer mein AngloDeutsch:)

Vankrot, easy, Dein Deutsch ist schon recht ordentlich.

Jay,

Du hast recht, es sollte “ein besseres” heissen (Wort ist sächlich: das Wort).

“Lebensmittelspeditionsfahrzeugtreibstoffverbrauchsreduzierungstategie” kling noch nicht einmal zu konstruiert, witziges Beispiel!

Ich habe vor wenigen Wochen gelesen, dass in Österreich 30 Prozent der gekauften Lebensmittel vor ihrem Verzehr im Müll landen. Das ist eigentlich unfassbar und zugleich zutiefst beschämend. Einige Supermarktketten sind dazu übergegangen, abgelaufene aber noch zum Verzehr geeignete Lebensmittel nicht zu vernichten, sondern gemeinnützigen Organisationen zur Verfügung zu stellen. Andere hingegen haben sich dazu entschlossen, diese Lebensmittel lieber in einer Müllverbrennungsanlage verbrennen zu lassen. Man kennt aber nur die Namen jener, die sich für erstere Variante entschlossen haben (zum Teil wohl auch aus Werbezwecken, wobei mir das recht sein kann, wenn gleichzeitig etwas für andere Menschen getan wird).

Ich muss zugeben, dass ich das Wort “Nahrungsmittelinflation” auch nicht sofort verstanden hätte. Mir hat da irgendwie der Bezug zum Preis gefehlt, also “Nahrungsmittelpreisinflation”. Aber dann wird das wird halt noch länger. Ansonsten müsste man das wohl mit einer anderen Satzkonstruktion auflösen. Vielleicht liegt es aber auch daran, dass ich manchmal etwas zu wenig intuitiv bin.

Jedenfalls ist das Thema durchaus spannend, auch deshalb, weil der Preisdruck auf die Hersteller immer größer wird und dies auch Folgen haben kann, die den meisten Konsumenten, die nur auf die Preise schauen, nicht bewusst sind.

Natürlich sollten vor allem Grundnahrungsmittel für jedermann erschwinglich sein, aber wenn zum Beispiel bei uns in Österreich Obstbauern von den großen Lebensmittelkonzernen so wenig bezahlt bekommen, dass sie lieber ihre Plantagen vernichten als für einen Hungerlohn zu arbeiten, muss man sich schon die Frage stellen, wohin das führen soll.

Es stellt sich ja wohl auch die Frage, wieso viele Leute heute offenbar der Meinung sind, sie müssten Fleisch kiloweise in sich hineinschaufeln. Nur weil es billig ist (wobei ich dann gar nicht wissen möchte, was in diesem vermeintlichen “Fleisch” alles enthalten ist), muss ich doch nicht gleich das Vierfache von dem kaufen, was ich eigentlich benötigen würde. Ich bin auch kein großer Freund dieser Buffets, wo man für einen bestimmten Betrag soviel essen kann, wie man will. Manchmal türmen sich da richtige Berge auf den Tellern der Leute, wobei vieles von dem, was sich die Leute auf ihre Teller schaufeln, am Ende zurückbleibt und wohl wieder im Müll landet. Eigentlich traurig.